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Get out - Bleib hier!
von Volker Heuken, Schüler des
Lise-Meitner-Gymnasiums
„Bleib!“ „Nein, Ich Gehe.“ „Jetzt bleib schon…“
„NEIN! ICH GEHE“ – Alceste rennt den Steg durchs Publikum hinunter
auf die Bühne, ein lauter Schrei, dann hält er sich eine Pistole an
den Kopf – die anderen Gäste gehen an ihm vorbei auf die Party
seiner allseits geliebten Frau.
Schon ein bisschen dreist von
Célimène, ihren Verehrer gar nicht zu beachten, obwohl dieser sich
erst die Pistole an den Kopf hält, den Finger schon am Auslöser, und
sich danach abrupt an der schüchternen Cousine Eliante vor den Gästen
vergeht, doch Célimène hat anderes im Kopf als ihren cholerischen
Alceste – sie interessiert sich eher für die Marquis Clitandre und
Acaste, die ihr von allen Seiten Komplimente zuwerfen. Als sich Oronte
auch noch bei Célimène anmeldet, dreht Alceste völlig durch.
Untermalt wird der Auftritt durch
ein musikalisches Leitmotiv, das wiederholend und verstärkend bei
psychischen Krisen der Charaktere eingespielt wird: Get out!
Alceste kann einem schon Leid tun,
immerhin sieht er grundsätzlich nur das Schlechte in der Welt – in
jedem Menschen sieht er Lüge und Verstellung der Persönlichkeit um
sich der Gesellschaft anzupassen.
Die mehrfach ausgezeichnete Regisseurin
Karin Henkel inszeniert Molierès Menschenfeind im Schauspielhaus Köln
geradezu perfekt und füllt das Stück mit unzähligen Gegensätzen:
Zuerst einmal kontrastiert sie den depressiven Choleriker Alceste und
seine lebensfreudige, von Männern umworbene Celimène; eine schwarze
Bühne mit den bunt kostümierten Partygästen; eine psychologisch
anmutende Inszenierung mit Alcestes komödiantisch auftretender
Mutter (gespielt von Michael Wittenborn, der zuvor schon die Rolle
des Oronte zeigte).
Als sich die Gemütslagen von
Alceste und Celimène am Ende umkehren, somit Celimène cholerisch wird
und Alceste voller Lebensfreude über die Bühne stolziert, da hat es
den Zuschauer wirklich gepackt – eine grandiose Umsetzung!
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