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Die Zusammenarbeit eines Leistungskurses Deutsch
des Lise-Meitner-Gymnasiums wurde zum dritten Mal erfolgreich
durchgeführt – dieses Mal zur Inszenierung Karin Henkels des
französischen Klassikers der Komödie, Molière. Mit dem
„Menschenfeind“ hat die Intendanz des Kölner Schauspiels die Wahl
eines Stückes aus der Glanzzeit des Sonnenkönigs Ludwig des
Vierzehnten getroffen. Doch was hat das noble Umfeld mit heutigen
Schülern zu tun, die, geleitet von den Themen des Zentralabiturs, sich
ein Bildungsgut außerhalb der Anforderungen der verbindlich genannten
Werke und literarischen Epochen aneignen sollen? Sehr viel, wenn wir
an den Gymnasien nicht dazu übergehen wollen, lediglich das zu
unterrichten, was unbedingt sein muss. Heutige Schüler haben nicht
anders als die Jahrgänge vor ihnen einen Anspruch auf ein Verständnis
der Welt und darauf, dass ihnen der Zugang zu kulturellen
Institutionen und Schaffenden eröffnet wird.
Die Welt des Theaters ist nicht nur eine
schillernde Welt, zu der viele einen Abstand haben, sondern sie
eröffnet auch einen lebendig erfahrbaren Zugang zu gelesenen Dramen.
Allein die szenische Interpretation mit einem Fachmann, dem
Theaterpädagogen Frank Rohde, durchzuführen, bringt schon einen großen
praktischen Gewinn für die Kursteilnehmer. Die Entstehung eines
Werkes, dessen gesamte Produktion zu verfolgen und in Ausschnitten
mitzuerleben, ermöglicht ein tieferes Verständnis von dichterischem
Schaffen und dessen produktiver Umsetzung durch die große Riege aller
an einer Produktion Beteiligten. In der Auseinandersetzung mit den
Dramaturgen, die sich für eine „Strichfassung“ des Stückes entscheiden
sowie der Demonstration handwerklicher Umsetzung von
Inszenierungsideen in den Werkstätten verstehen die Schüler das Werk
auf der Bühne als eine große Gemeinschaftsleistung, an der sie
zunächst als Zuschauende und später als Rezensenten teilhaben können.
Obwohl bei diesem Durchgang ein großer persönlicher Einsatz nötig war,
um das Stück zusätzlich zu den verbindlich zu behandelnden Werken zu
besprechen und viel Freizeit bei dem Verfassen der Texte geopfert
wurde, hat sich auch diesmal wieder der Einsatz gelohnt, da die
Kompetenz der Schüler im Umgang mit Dramen und beim Verfassen von
Rezensionen sicher gesteigert worden ist. Zu alldem fügt sich das
positive Erlebnis, sich eine weithin unbekannte Sphäre erschlossen und
mit dem digitalen Programmheft ein gemeinschaftliches Produkt
erarbeitet zu haben.
| Leverkusen, im September 2008 |
Ellen Sterly |
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